John Baskerville (1706-1775) war ein englischer Typograf, Schreibmeister, Drucker und Mitglied der Royal Society of Arts, der 1754 die gleichnamige Schrift entwickelte. Die Baskerville zählt zu den englischen Barock-Antiquas und galt sowohl als technischer Meilenstein, als auch wichtige Referenz für die späteren Klassizisten. Trotzdem zog man damals aus ästhetischen Gründen oftmals die Caslon vor, die auch als die englische Antiqua par excellence gilt. Schon zu Bleisatzzeiten gab es zahlreiche Versionen der Baskerville.
Die Schrift Baskerville zeichnet sich durch starke Strichkontraste, aufrechte Schattenachsen und horizontal betonte Serifen aus.
John Baskerville lebte seit 1726 als Schreibmeister und Steinschneider in Birmingham. Ein auf Japanlack spezialisiertes Lackierunternehmen, das er ab 1738 betrieb, machte ihn wirtschaftlich unabhängig und versetzte ihn in die Lage, sich mit Buchdruck und Schriftgießerei zu beschäftigen. Da ihm die zeitgenössischen Schrifttypen, die sich in England seit William Caslon kaum geändert hatten, nicht zusagten, begann er um 1750 damit, eigene Schriftarten zu schneiden. 1754 wurden erstmals Schriftproben von ihm veröffentlicht. Von 1757 bis zu seinem Tode wirkte er als Stempelschneider und Drucker in London.
Baskervilles neue Schriften fanden bald öffentlichen Beifall und schon 1758 wurde er zum Direktor der Cambridge University Press ernannt, was ein außerordentliches Ehrenamt darstellte. Baskervilles Schriften waren eine bedeutende Anregung für die Vollender der klassizistischen Antiqua Firmin Didot und Giambattista Bodoni.
Die von ihm entworfenen Schriften wurden schon zu seinen Lebzeiten häufig imitiert und leben bis heute unter dem Namen Baskerville fort. |