Christoffel van Dijck (1601-1669) war ein niederländischer Goldschmied aus Maastricht, der als Stempelschneider, Drucker und Betreiber einer Schriftgießerei in Amsterdam tätig war und den Ruf besaß, der beste Stempelschneider seiner Zeit zu sein. Unter anderem entwarf er eine als Otiyot Amsterdam („Buchstaben aus Amsterdam“) bekannt gewordene Schrift mit einem kompakten und gleichmäßigen Schriftbild, die in der Folge von zeitgenössischen Druckern gern kopiert wurde.
Von seinem Werk ist nicht viel mehr erhalten geblieben als Abdrücke seiner Schrifttypen. Seine Bleilettern, Matrizen und Stempel gerieten im Laufe der Jahre in die Hände verschiedener Gießereien, letztlich zu der Firma Joh. Enschedé im niederländischen Haarlem, wo sie um 1810 im Schmelztopf endeten, weil seine Schriftarten, nicht zuletzt wegen der Popularität der Schrifttypen von Johann Michael Fleischmann, aus der Mode gekommen waren. Der berühmte Schriftentwerfer Jan van Krimpen (1892–1958), der für Enschedé arbeitete, stellte 1937 eine Van Dijck für die Englische Monotype Corporation her.
1992 erteilte die Dutch Type Library dem Typographen Gerard Daniëls den Auftrag, auf der Basis von Originalmustern Christoffel van Dijcks von 1681 eine neue Schriftfamilie zu entwerfen. So entstand die Schriftart DTL Elzevir. Der Name von Augustijn, der Witwe Daniël Elseviers stand Pate für den Namen dieser Schrift.
Die Bezeichnung Elzevirstype oder Elzevirien stammt aus der Romantik. Französische Drucker und Verleger verwendeten sie für Schriften und Ornamente von Gestaltern wie beispielsweise Christoffel van Dijck, die durch die Firma Elsevier im 17. Jahrhundert sehr populär wurden.
Unter den vielen Flüchtlingen, die nach dem Fall Antwerpens 1585 in das protestantische Holland emigrierten, waren viele gebildete Handwerker, die in ihrer neuen Heimat schon bald wichtige Stellungen einnahmen. Zu ihnen zählte auch die Familie Elsevier aus Löwen, deren Angehörige sich als Schriftgießer, Drucker und Verleger einen Namen machten. Mehr als ein Jahrhundert, von 1593 bis 1712, kam ihnen in den nördlichen Niederlanden eine ähnliche Bedeutung zu wie der Familie Plantin wenige Jahrzehnte zuvor im Süden.
Christoffel van Dijck drückte der Firma Elsevier gewissermaßen seinen Stempel auf, deswegen fallen beide Namen häufig in einem Atemzug. Er gestaltete die Schriften für die kleinformatigen, handlichen Bücher des Verlags Elsevier, die mit ihrer kompakten Typografie nicht nur in den Niederlanden, sondern auch in den umliegenden Ländern schnell bekannt wurden.
Im Jahr 1681 entschied sich die Witwe von Daniel Elsevier, die Schwiegertochter von Louis Elsevier, die Schriftgießerei zu verkaufen. Zu diesem Anlaß ließ sie ein Schriftmuster anfertigen, das heute berühmte Proeven van Letteren, die gesneden zijn door wijlen Christoffel van Dijck (‘Muster der Schriften, die geschnitten sind vom seligen Christoffel van Dijck’). |