Garamond
Französische Renaissance-Antiqua von 1530, typografische Schrift des 16. Jh.
Claude Garamont (1498/99-1561) war ein französischer Schriftgießer, Typograf, Stempelschneider und Verleger, der die bis heute im Buchdruck weit verbreitete Schriftart Garamond geschaffen hat.
1530 schnitt Claude Garamont, vermutlich für den französischen Typografen, Verleger und Lexikographen Robert Estienne (um 1499/1503–1559) unter dem Eindruck der Cicero– und Augustea-Schnitte seines Lehrmeisters Augereau und der Alphabetsammlung »Champ-Fleury« seines Mentors Geoffroy Tory (Buchdrucker des französischen Königs, 1480–1533) seine eigenen Antiqua- und Kursiv-Typen, die auf der Bembo von Francesco Griffo basierten. Sie wurden erst um 1620 unter dem Namen »Garamond« von Jean Jannon (1580–1658) nachgeschnitten und publiziert und blieben etwa 250 Jahre die führenden Schriften in Europa.
Die vor allem während des 17. Jahrhunderts oft kopierten Schriftschnitte von Claude Garamont gelten bis heute als Inbegriff typografischer Ästhetik, Eleganz und Lesbarkeit. Bis zum Ende des Bleisatzes wurden deshalb auch Französische Renaissance-Antiquas als »Garamond Schriften« bezeichnet.
Nach fast zweihundertjährigem Dornröschenschlaf wurden sie 1928 in der deutschen »Garamond Stempel« auf Basis der alten Schriftmuster aus der Frankfurter Schriftgießerei Egenolff-Berner revitalisiert.
Antiqua Kursive Antiqua Kursive Antiqua Kursive Antiqua Kursive Antiqua Kursive
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