Mandäisch 2. - 8. Jh. n. Chr.
Das klassische Mandäisch ist die Literatursprache der Mandäer, der letzten Anhänger einer gnostischen Religion der Spätantike. Das klassische Mandäisch ist ein aramäischer Dialekt (syrisch), der dem Aramäischen des babylonischen Talmud nahesteht. Neben dem klassischen Mandäisch existiert auch eine moderne, gesprochene Form des Mandäischen, die Neumandäisch genannt wird.
Die südbabylonische Umgebung von Wasith, Howaizah und Bassora (Südirak und der angrenzenden persischen Provinz Khuzistan) wird noch heute von dem Rest eines Volkes bewohnt das sich Sabier, Nazaräer, Nasoräer oder Mandäer nennt. Die Araber nennen sie auch Nabathäer, Galiläer oder St. Johanneschristen.
Der Glaube dieser gnostisch-synkretistischen Täufersekte ist eine Mischung aus persischen, jüdischen und christlichem Elementen. Sie lehrt die Herkunft der Seele aus dem Lichtreich zu dessen ewigen Besitz sie aus dem Kerker des Körpers durch die Taufe und Totenliturgie erlöst wird.
Die Schrift unterscheidet sich von den verwandten dadurch, daß Vokale sind, die Gutturale und , sowie und nicht unterschieden werden und geschrieben, wie gesprochen werden, daher werden auch alle Vokale geschrieben. Das n dient als Konsonantenverdopplung. Die Schrift zeigt altertümliche, an das Aramäische sich anlehnende Formen.
Der Ursprung des mandäischen Alphabets ist unbekannt. Wahrscheinlich entwickelte es sich während des 2. Jahrhunderts n.Chr. aus dem aramäischen Alphabet.
Die Schrift wird in horizontalen Linien von rechts nach links geschrieben. Einige Buchstaben ändern ihre Form, wenn Sie mit anderen Buchstaben kombiniert werden.
isoliert verbunden Wert   isoliert verbunden Wert   isoliert verbunden Wert
a   t   з
b   y   f
g   k   s
d   l   q
h, kh   m   r
v   n   s
z   s   t

Ligaturen:
Zeichen Wert   Zeichen Wert   Zeichen Wert   Zeichen Wert   Zeichen Wert
di, de   kl   nv   pl   sr
kd   kv   ny   pr   nq
kr   kt   nt   sv   vt
ky   nd   pv   sl   s

Siehe auch Nabathäisch