Estrangelo
Das Wort Estrangelo wird zum einen durch satar "Schrift" und angelo "Evangelium" erklärt, weil mit dieser Schrift die heiligen Bücher der syrischen Christen geschrieben wurden und von Anderen als "Rundschrift". Aus der Estrangelo hat sich bei den Westsyrern das Serto und bei den Ostsyrern das Chaldäisch und später auch die kufische Schrift sowie das Neschi der Araber entwickelt.
Anfangs war sie ohne Vokale, nur in schwierigen Fällen wurde a durch , e, i durch , o u durch oder bezeichnet und durch einen Doppelpunkt (Ribui) der Plural angezeigt. Durch den Bischof Jakob von Edessa wurde die Vokalbezeichnung verbessert, indem ein Punkt über dem Buchstaben den dunklen, breiten Laut, unter dem Buchstaben den hellen Laut und ein Doppelpunkt (oben oder unten) den mittleren Ton bezeichnet. Auch die Punkte Ruko und Kusoi werden ihm zugeschrieben.
Im 8. Jh. n. Chr. wurden wahrscheinlich durch Theophilus von Edessa die griechischen Vokale eingeführt, welche aber nicht mit der Schrift vermischt, sondern an die Seite gesetzt wurden. Da die syrische Schrift in Säulen von oben nach unten geschrieben (aber quer gelegt und von rechts nach links gelesen) wurde, so erklärt sich die scheinbar verkehrte Gestalt der griechischen Buchstaben, welche neben die Säulen der Schrift geschrieben wurden.
Interpunktionen sind:
Name
Ende
Mitte
Anfang
isoliert
Wert
modern
Aleph
   
a
Beth
b, v
Gomal
g, λ
Dolath
   
d, δ
He
   
h
Vax
   
w
Zain
   
z
Keth
χ
Teth
t
Jud
y
Koph
k, χ´
Lomad
l
Mim
m
Nun
n
Senkath
s
Ee
з
Pe
p, f
Sode
   
s
Qoph
q
Ris
   
r
Sin
s
Tau
   
t, θ

Vokale und Akzente:
Name
Zeichen
Wert   Name
Zeichen
Wert
Pthoxo
a   Ruxox
Aspiration
Rvoso
e   Kusoi
nicht aspiriert
Khvoso
i   Ribui
Plural
Zkopho
o   Mhagyono
ai
Esoso
  
u   Marxtono
vokallos, auch Zahl
Mpagdono
              
mittlerer Vokal        

Aramäisch
Chaldäisch
Kufisch
Mandäisch
Nabathäisch
Neschi
Palmyrenisch
Serto
Syrisch
Uigurisch