Antiqua
Buchdruckschriften der frühen Neuzeit
Sweynheym & Pannartz, Subiaco-Rom 1465
 
Joh. v. Speyer, Venedig 1469
 
Sorbonne 1470
 
Aldus, Venedig 1495
 
Urban Wyß, Basel 1549 (Versalien)
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Die Antiqua bildete sich in der Epoche des Humanismus im 15. Jahrhundert in Italien als zunächst handgeschriebene Buchschrift heraus. Die Humanisten der Renaissance schrieben in der von der karolinigischen Minuskel abgeleiteten humanistischen Minuskel, die sie mit den Versalien der römischen Capitalis Monumentalis kombinierten. Aus diesen beiden entstanden dann die ersten Renaissance-Antiqua-Schriften.
Die Humanisten Poggio Bracciolini und Niccolò Niccoli verfügten bereits um 1420 über eine humanistisch geprägte kursive Buchschrift. Als erste druckten die Deutschen Konrad Sweynheym und Arnold Pannartz in Subiaco bei Rom 1465 mit einer frühen Form der Antiqua. Die erste qualitativ überzeugende Antiqua entwickelte der in Venedig lebende Franzose Nicolas Jenson 1470. Die humanistische Kursive entstand knapp vor 1500 als Druckschrift ebenfalls in Venedig.
In Deutschland, wie auch in verschiedenen anderen Ländern, wie z.B. England und Frankreich, entwickelten sich anfangs, analog zur Tradition der Handschriftenzeit, mehrere Schriftformen parallel. Für religiöse Texte nahm man zunächst fast ausschließlich gotische Schriften, wie die Textura. Für lateinische Texte, wie klassische antike und wissenschaftliche Werke aus Medizin, Jura und Philosophie, nutze man die Humanisten-Antiqua.
Die erste deutsche Satzschrift war die Textura von Johannes Gutenberg, eine Gebrochene Schrift. Sie entwickelte sich über die Schwabacher zur Fraktur, die in Deutschland bis 1941 neben der Antiqua als Gebrauchsschrift genutzt wurde. Während alle anderen Länder nach und nach zur Antiqua-Schrift übergingen wurden in Deutschland erst im Laufe des 19. Jahrhunderts verstärkt deutschsprachige Texte in Antiqua gesetzt.

Cancellaresca
Rotunda
Lombardische Majuskel
Notula
Bastarda
Textura
Gutenberg
Buchdruck-Kursive
Schwabacher
Fraktur
Garamond
Etienne
Didot